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Hypnose - eine Methode mit Zukunft

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir unsere körperliche und seelische Gesundheit bis ins hohe Alter bewahren. Doch mit unserem Verhalten und der richtigen inneren Einstellung, können wir unsere Gesundheit aktiv beeinflussen. Bei der Hypnose handelt es sich um eine wissenschaftlich anerkannte Methode, mit der wir über das Unterbewusstsein Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden nehmen können.
Obwohl die Anwendung von Hypnose eine Methode ist, die bis zur Antike zurück geht, ist sie heute gefragter denn je und findet auch bei Ärzten, Psychotherapeuten und im Businessbereich immer mehr die Anerkennung.
Die Hypnose ist eine effiziente Anwendung, mit der Ursachen für Störungen herausgefunden und Blockaden aufgelöst werden können. In manchen Fällen gelingt es, in wenigen Sitzungen, störende Verhaltensmuster abzulegen und neues, erwünschtes Verhalten, zu fördern, wodurch Ziele idealerweise einfacher, leichter und schneller erreicht werden könnten.
Die Hypnose kann als alleinige Anwendung eingesetzt, oder aber auch mit anderen Therapiemethoden kombiniert werden. Mit Hypnose können ggfs. schnell Fortschritte erzielt werden, und, nicht selten, einen Menschen in kurzer Zeit durch seine inneren Kräfte wieder aufblühen lassen kann, und zu mehr Lebensqualität finden könnte. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Hypnosen mit therapeutischem Ansatz nur durch befähigte Anwender durchzuführen sind ( Psychologen, Psychotherapeuten, Hypnosetherapeuten etc. ), die eine entsprechende Heilerlaubnis vorweisen können.

Hypnose ist alltäglich

Was ist und was kann Hypnose?

Hypnose, (Müller-Kütt, B., Handbuch der Hypnosetherapie, Fachwissen für Therapeuten) das klingt nach einem ganz besonderen Bewusstseinszustand. Die Stimme des Hypnotiseurs führt in eine Trance und wir überwinden Schritt für Schritt die Schranken unseres Bewusstseins. Tatsächlich ist die hypnotische Trance ein sehr alltäglicher Zustand. Sicher hast du schon oft Situationen erlebt, in denen du die Welt um dich herum vergessen hattest, während du in ein spannendes Buch vertieft warst, während einer Autofahrt, bei der deine volle Konzentration auf die Straße gefordert war. Während du ein Musikstück gehört oder selbst musiziert hast.
Während du mit einer kreativen Tätigkeit wie Malen oder Dekorieren beschäftigt warst, oder während du von einer Landschaft, einem Bild oder deinem Gegenüber fasziniert warst.
Bestimmt fallen dir genügend Situationen ein, in denen du Ähnliches erlebt hast. Während eines solchen Trancezustandes befinden wir uns in einem Zustand höchster Konzentration. Alles andere um uns herum erscheint unwichtig und wird vom Bewusstsein ausgeblendet.
Auch Religionen arbeiten mit Hypnose, ohne dass dies ihren Anhängern wirklich bewusst ist. Die Trance oder zumindest ein tranceähnlicher Zustand werden hier mit monotonen, sich ständig wiederholenden Gesängen, sich wiederholenden rituellen Handlungen oder der Fixierung des Blicks auf Symbole des Glaubens erreicht.

Der Begriff Hypnose bezeichnet
• die Methode, den Zustand der hypnotischen Trance zu erreichen.
• den Zustand der hypnotischen Trance selbst.
Suggestionen dienen dazu, den erwünschten Zustand der hypnotischen Trance zu erreichen. Als Suggestionen bezeichnet man Handlungsvorschläge, die auf den Klienten abgestimmt sind und diesem verbal mitgeteilt werden, während er sich in einem körperlich entspannten Zustand befindet. Ein äußerst wichtiges Kriterium, dass die Hypnose funktionieren kann, ist, dass der Rapport, also das Vertrauensverhältnis zwischen dem Anwender und dem Klienten stimmt.
Die hypnotische Trance ist, je nach Suggestion, ein Zustand der Entspannung oder auch der Erregung. In jedem Fall ist eine Bewusstseinsänderung zu beobachten, da sich die Aufmerksamkeit des Klienten auf eine bestimmte Sache konzentriert. Diese Fixation geschieht in der Durchführung auf das Thema des Problems. Das Unterbewusstsein des Klienten ist im Zustand der Hypnose gesteigert ansprechbar, so dass geistige „Programme“ unter Hypnose verändert werden können. Bei entsprechenden Suggestionen können hypnotische Phänomene auftreten wie Erinnerungsverlust, Armlevitation oder eine Lokalanästhesie.
In keinem Fall ist Hypnose mit einem Zustand der Macht- oder gar Bewusstlosigkeit zu verwechseln, sie ist auch kein Schlafzustand. So kann ein Hypnotisierter die Hypnose jederzeit willentlich unterbrechen. Wird in einer Hypnosesitzung etwas gegen seine Moral gesagt, kommt der Klient automatisch wieder in den Wachzustand. Der Wächter wird dann sofort aktiv, um den Klienten zu schützen. Wird während der Hypnose ein EEG (Bild der Hirnströme) aufgezeichnet, ähnelt dies dem EEG von wachen Personen. Mit herkömmlichem Schlaf hat die Hypnose also gar nichts zu tun. Eher kann sie, vergleicht man Blutdruck und Atmung, mit Entspannung verglichen werden. Voraussetzung hierfür ist, dass vorher Suggestionen von Entspannung gegeben wurden.
Nach einer Hypnosesitzung wacht der Klient immer wieder auf. Es kann sein, dass er während der Sitzung einschläft. Dann wird er ganz normal wieder wach, so wie er auch morgens erwacht. Die Wirkung der Hypnose basiert auf einem Vertrauensverhältnis zum Hypnotiseur.

Wer regelmäßig mit Leuten über Hypnose spricht, wird diese Ängste und Vorurteile sehr wahrscheinlich kennen:

  • In Hypnose verliert man die Kontrolle über sich selbst.
  • Hypnose ist gefährlich. Es kann sein, dass man nicht mehr aufwacht.
  • Hypnose ist ein komatöser Schlafzustand.
  • Hypnose macht abhängig vom Hypnotiseur.
  • In Hypnose plaudert man Geheimnisse aus.
  • In Hypnose macht man peinliche Dinge.

Wie nahezu alle Vorurteile basieren auch die oben genannten auf Unwissenheit und der ungeprüften Wiedergabe von Dingen, die man eventuell einmal irgendwo gehört hat. Doch wie kommt es dazu, dass über die Hypnose derart falsche Vorstellungen so weit verbreitet sind?
Leider werden Hypnoseanwendungen, die eine positive Veränderung zur Folge haben sollten, oft mit Showhypnose verwechselt oder gleichgestellt. In Wahrheit hat die auf spektakuläre Effekte bedachte Showhypnose kaum etwas mit seriöser Hypnoseanwendungen gemeinsam. Für Fachkundige auf dem Gebiet der Hypnose sind die Tricks der Showhypnose sogar sehr leicht zu durchschauen.

In der linken Gehirnhälfte ist auch der Wächter als kritischer Filter aktiv, der uns vor zu starker Beeinflussung von außen schützen soll. Ohne diesen Wächter wären wir wahrscheinlich willenlose Geschöpfe. Der Wächter vergleicht Anweisungen und Suggestionen, die von außen kommen, mit den Inhalten und Werten, die wir in unserem Unterbewusstsein gespeichert haben. Bemerkt der Wächter, dass die von außen kommenden Suggestionen nicht mit dem Unterbewusstsein in Einklang stehen, kann er sie bestenfalls abblocken. Die Suggestionen haben dann keine Chance, bis ins Unterbewusstsein zu gelangen. Es geht also darum, Suggestionen an der linken Gehirnhälfte vorbei ins Unterbewusstsein zu schleusen, ohne dass alles genau auf Wahrheit bzw. Übereinstimmung geprüft wird.
Sobald wir unsere Muskeln entspannen oder unseren Blick nach oben richten, sendet unser Gehirn Alpha-Wellen aus. Im Alpha-Zustand überwiegt die Aktivität der rechten Gehirnhälfte. Die rechte Gehirnhälfte ist der Ort für entspannte Wachheit, hier ist unsere Fantasie aktiv. Der Wächter tritt, bei sachgemäßer Durchführung, in den Hintergrund. Dies ist vergleichbar mit einem Club, wo der Türsteher weggeht und die Gäste nun ohne Eingangskontrolle hereinkommen. Je tiefer wir in die Entspannung bzw. Trance gehen, desto schläfriger wird der Wächter und lässt die Suggestionen ins Unterbewusstsein. Da der Wächter seine Schutzfunktion weiterhin ausübt, wird er sofort aktiviert, wenn eine Suggestion gegen unsere Moral oder Ethik verstößt.
Der Wächter kann auf verschiedene Arten “ausgetrickst” werden, so dass die Suggestionen das Unterbewusstsein erreichen:

  • Die Anwendung direkter Suggestionen führt in eine tiefe Entspannung und Trancevertiefung.
  • Indirekte, permissive Suggestionen und hypnotische Sprachmuster verwirren den Wächter und machen ihn schläfrig. Es kann auch sein, dass er gar nicht bemerkt, dass es sich um Suggestionen handelt.
  • Die Anwendung von Blitzhypnose setzt den Wächter für einen kurzen Moment außer Gefecht.

Grundlagenwissen Stress

Stress – lebenswichtig und gefährlich zugleich

Belastungen, wie dringend zu erledigenden Aufgaben, das Verhalten oder die Ansprüche anderer Menschen, sowie Umwelteinflüsse wie Lärm, Hitze oder Kälte wirken ständig auf uns ein. Unter Stress verstehen wir unsere Reaktion auf diese von außen auf uns einwirkenden Faktoren bzw. Stressoren.
Für die Menschen der Urzeit war Stress überlebenswichtig. Die Menschen waren zahlreichen Gefahren ausgesetzt, die nur zwei Reaktionsmöglichkeiten zuließen
– Angriff oder Flucht. Energie wurde vom Körper in beiden Fällen benötigt. Egal, ob für den Kampf mit dem Gegner oder für das Weglaufen vor dem Feind. Dabei war Schnelligkeit unverzichtbar. Die Energie musste in kürzester Zeit und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Ansonsten hätten unsere Vorfahren unter den Bedingungen der Urzeit nicht lange überlebt.
Stresshormone sorgen heute wie damals dafür, dass im menschlichen Körper Prozesse zur Energiefreisetzung und zur schnellen Reaktionsmöglichkeit in Gang gesetzt werden. Der Körper ist auf Angriff oder Flucht vorbereitet. Alle anderen Körperfunktionen wie die Tätigkeit der Verdauungs- und Geschlechtsorgane werden dagegen herabgesetzt.

Die Zivilisation hat ihren Preis

Die Zivilisation hat für neue Stressreize gesorgt. Statt angriffslustiger wilder Tiere und feindlicher Stämme sind die Stressoren heute z.B. cholerische Chefs und Kunden, die das Unmögliche verlangen, oder Mitmenschen, die mit permanenten, auf unangenehmster Art und Weise unseren Alltag zu beeinflussen und zu kontrollieren versuchen. An die Stelle von Kälte oder Hunger sind Informationsüberflutung und ein immer komplexer werdender Alltag getreten. Evolutionsgeschichtlich betrachtet, leben wir immer noch in Höhlen, so dass unsere körperlichen Reaktionen auf die modernen Stressoren noch die gleichen sind, wie in der Urzeit. Hierzu gehören

• gesteigerte Anspannung der Muskulatur: Bewegung entsteht durch Spannung und Entspannung der einzelnen Muskeln. Wo in Stresssituationen in einer körperlicher Ruhe verharrt wird, haben die Muskeln keine Möglichkeit, sich nach einer Phase der Anspannung wieder zu entspannen. In der Folge lagern sich Toxine ab, da fehlende Bewegung ihren Abtransport verhindert. Außerdem werden die Zellen nur unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Schmerzen sind hier häufig die Folge.
• erhöhte Herzfrequenz und Blutdruck: Stresshormone sorgen für einen Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Dies bewirkt eine zusätzliche Belastung für Herz und Gefäße. Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Herzprobleme können von eher harmlosen, aber unangenehmen Beschwerden wie Herzrasen bis hin zum Herzinfarkt reichen.
• vermehrte Freisetzung von Glukose: Glukose (Traubenzucker) liefert schnell verfügbare Energie. Wird mehr Glukose in die Blutbahn abgegeben, als von den Muskeln verbraucht wird, erhöht sich der Blutzuckerspiegel. Dies wiederum bewirkt eine vermehrte Insulinausschüttung, was ein schnelles Absinken des Blutzuckerspiegels unter die Normalwerte zur Folge hat. Typische Anzeichen einer Unterzuckerung wie Schwindel, Zittern oder starkes Schwitzen können die Folge sein.
Würden wir in unserer zivilisierten Welt mit Flucht oder gar Angriff reagieren, würden wir gegen alle gesellschaftlichen Normen verstoßen. Während der Urzeitmensch auf seiner Flucht oder im Kampf Stresshormone abbaute und Glukose verbrauchte, geben unsere modernen Stressreaktionen dem Körper keine Möglichkeit, sein physiologisches Gleichgewicht schnell wiederherzustellen. Als langfristige Folgen unserer Stressbelastung wären etwaige Veränderungen möglich:
• Schlaf- und Konzentrationsstörungen
• eine vermehrte Infekt-Anfälligkeit
• Verspannungen der Muskulatur.

Äußere Zeichen von Stress und Entspannung

Unsere Lebensweise bringt es mit sich, dass wir ständig mehreren Stressoren ausgesetzt sind. Zur Erhaltung unserer körperlichen und geistigen Gesundheit kann es durchaus hilfreich sein, einen Ausgleich für diese Belastungen zu schaffen. Hypnose ist dabei eine praktische Möglichkeit, Entspannung wieder erlernen zu können, und seine Lebensbatterien aufzuladen. Diese Entspannung ist außerdem wichtig, damit der Klient die Suggestionen, die ihm während der Hypnose vermittelt werden, in sein Unterbewusstsein gelangen und dort ihre Wirkung entfalten.
Die Entspannungszeichen sind auch für Außenstehende sicht- und fühlbar. Sie dienen auch als Anhaltspunkte für den  Hypnotisierenden, um zu beurteilen, wie entspannt der Klient ist. Man sollte die Entspannungszeichen jedoch nicht überbewerten, da sie individuell unterschiedlich ausgeprägt sind und die Wirkung der Hypnose nicht zwingend von der Tiefe der Trance abhängt.

Psychologischer Effekt der Hypnose

Die für Außenstehende wahrnehmbaren Effekte der Hypnose sind für den Klienten selbst meist eher angenehme Begleiterscheinungen. Wichtig ist für ihn, dass die gewünschten Zukunftsvisionen eintreten mögen.
Oftmals zählen hierzu:
• innere Ruhe.
• selbstsicheres Auftreten.
• Angstfreiheit.
• verbesserte Konzentration.
Diese Effekte sind erst mit einiger Verzögerung nach der Hypnose  spürbar und damit für Außenstehende wenig spektakulär. Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Eintreten der psychologischen Effekte und den im Kapitel über Showhypnose beschriebenen neurologischen Effekten. Hat jemand etwa während einer Hypnoseshow eine Amnesie erlebt und vorübergehend seinen Vornamen vergessen, bedeutet dies noch lange nicht, dass er nach einer Hypnosetherapie mit Sicherheit angstfrei sein würde. Auch umgekehrt ergibt sich aus dem erfolgreichen psychologischen Effekt noch keine Gewissheit, dass der Klient in der Lage ist, neurologische Phänomene zu produzieren.
Die äußerlichen Anzeichen von Entspannung und Anspannung können ganz individuell sein, ein oder mehrere dieser Anzeichen können durch den Hypnotiseur wahrgenommen werden, wenn dieser während der Anwendung den Klienten sorgfältig beobachtet, welches in diesem Fall als selbstverständlich und verantwortungsvoll verstanden werden sollte.
gerunzelte Stirn   —   glatte Stirn  /  Augenbrauen hochgezogen   —   Augenbrauen gelöst                                                      Pupillen verengt   —   Pupillen erweitert  /  Kiefer, Lippen zusammen gepresst   —   gelöster Kiefer, Lippen lockerer Mund              trockener Mund   —   vermehrte Speichelbildung  /  steifer Hals und Nacken   —   gelockerter Hals und Nacken
hochgezogene Schultern   —   lockere, gesenkte Schultern  /  schneller Puls   —    regelmäßiger, ruhiger Puls                                oberflächliche, schnelle Atmung   —   ruhige, tiefe Atmung  /  steifes Kreuz   —   entspannte Rückenmuskeln
kalte Finger, Schweiß-Hände   —    warme Finger und trockene Hände  /  angespannter Bauchbereich   —   lockerer Bauchbereich  /  angeregte Nierenfunktion   —   herabgesetzte Nierenfunktion  /  angespannte Wadenmuskeln   —   lockere Wadenmuskeln  /  angespannte Fuß-Muskeln   —   entspannte Fuß-Muskeln  /  kalte Füße   —   warme Füße